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    Ergotherapeuten: systemrelevant und auf Sicherheit bedacht

    Mit den durch das Coronavirus bedingten Einschränkungen und der Kontaktsperre seit Mitte März ist ein Wort in aller Munde: systemrelevant. Zu den systemrelevanten Berufen gehören bestimmte, dringend nötige Disziplinen des Gesundheitswesens wie Ergotherapeuten. Warum diese Berufsgruppe gerade jetzt eine so zentrale Bedeutung für die Menschen in Deutschland hat, bringt der Vorsitzende des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.), Andreas Pfeiffer, so auf den Punkt: „Ergotherapeuten fokussieren sich unter anderem auf den Alltag der Menschen. Dieser hat sich bei den meisten erdrutschartig verändert und nicht jeder kommt mit diesem schwerwiegenden Umbruch in seinem Leben zurecht.“

    Die Kontaktsperre und die damit einhergehenden Regelungen verunsichern zahlreiche Menschen. Viele handeln lieber übervorsichtig oder wissen nicht genau, was gerade erlaubt und was im eigenen Interesse und im Sinne der Gemeinschaft besser zu unterlassen ist. Die eigene Furcht, sich mit SARS Cov-2 zu infizieren, geht bei etlichen Menschen jedoch so weit, dass sie erforderliche Termine bei Ärzten, Therapeuten und anderen Gesundheitsfachberufen verschieben oder gar nicht erst vereinbaren.

    Ergotherapeuten in der Corona-Krise für ihre Patienten flächendeckend da…
    „Das ist nicht immer zielführend“, sagt der Verbandsvorsitzende der Ergotherapeuten, Andreas Pfeiffer, und verweist auf die Möglichkeiten der Telemedizin. Damit haben einige Ärzte bereits gute Erfahrungen gemacht. Seit Beginn der Corona-Krise dürfen auch Ergotherapeuten diese Form der Behandlung über Video anbieten und abrechnen. Das gilt für Kassenpatienten genauso wie für Privatversicherte. Pfeiffer, von Haus aus Ergotherapeut und Mitglied der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde), weist auf die Dringlichkeit hin, insbesondere Menschen mit seelischen Belastungen unbedingt frühzeitig aufzufangen oder eben weiter zu unterstützen. „Die Ergotherapie-Praxen haben grundsätzlich geöffnet. Wann immer möglich, schlagen sie zum Schutz ihrer Patienten und Klienten Telemedizin als Alternative zum Termin in der Praxis vor. Das findet über eine gesicherte online-Verbindung statt und ist eine ausgezeichnete und zeitgemäße Möglichkeit, dem Patientenstamm ebenso wie neuen Patienten in diesem Bereich zu helfen. Kontaktlos“, bestätigt Pfeiffer. Auf diesem Weg lässt sich die Behandlung vieler Betroffener fortsetzen, die schon vor der Corona-Krise in ergotherapeutischer Behandlung waren.

    …online telemedizinisch genauso wie vor Ort
    Dass eine telemedizinische Behandlung nicht immer zu jedem Patienten oder für dessen Erkrankung passt, liegt auf der Hand. Patienten mit einer neurologischen Beeinträchtigung, etwa durch Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall und mehr, leiden unter Funktionseinschränkungen, die ihren Alltag erschweren oder ihr selbstbestimmtes Handeln verhindern. Ebenso wie ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden. „Gerade in Krisenzeiten und schwierigen Lebenslagen ist es auch für die Psyche nötig, Erfolgserlebnisse zu haben. Menschen müssen immer das Gefühl haben etwas zu können. Eine Bestätigung der eigenen Fähigkeiten zu erleben gibt Auftrieb, Hoffnung und Zuversicht“, betont der Vorsitzende des DVE den bedeutsamen seelischen Aspekt bei jedem Heilungsprozess. Das trifft auch auf alle anderen Erkrankungen zu, die Ergotherapeuten immer an den Anforderungen des zu Behandelnden und seines Umfelds ausrichten. Diese Personen sollten nach wie vor in die Ergotherapie Praxis kommen. Wenn aus bestimmten Gründen der Gang in die Praxis nicht möglich ist, kann in manchen Fällen der Hausbesuch eine Alternative sein.

    Sicherheit und Abwägen von Risiko und Nutzen
    „Die Ausbildung von Ergotherapeuten hat einen medizinischen Schwerpunkt“ erläutert der Vorsitzende des DVE. Das erklärt auch, warum sie bestens mit Hygienemaßnahmen vertraut sind. Entsprechende Regeln gelten in den Praxen oder wo immer die Therapie stattfindet. Ergotherapeuten fordern und überwachen auch im eigenen Interesse deren Einhaltung von ihren Patienten und Klienten, sobald diese eine Ergotherapie-Praxis betreten. Weitere organisatorische Maßnahmen wie genügend zeitlicher Abstand zwischen zwei Patienten oder die versetzte Terminierung sorgen zudem dafür, dass ein mögliches Infektionsrisiko minimiert wird. Ergotherapeuten tun alles, auch zu ihrem eigenen und dem Schutz ihrer Mitarbeiter, um die Gesundheit aller beteiligter Personen zu gewährleisten. Nach einer gründlichen Abwägung von Risiko und Nutzen behandeln Ergotherapeuten nur die Patienten und Klienten in den Praxen, deren Behandlung aus medizinischer Sicht keinen Aufschub duldet und fortgesetzt werden muss. Auch werden nur solche Patienten einbestellt, die nicht einer Risikogruppe angehören. Wer im Zweifel ist, sollte unbedingt telefonisch Kontakt mit seinem behandelnden Ergotherapeuten aufnehmen, um alles, was ihm wichtig ist, im Gespräch zu klären. Für eine Verordnung muss man derzeit nicht zwingend zum (Haus-)Arzt gehen; vieles lässt sich derzeit am Telefon regeln und besprechen. Auch wenn zuvor noch keine ergotherapeutische Behandlung stattgefunden hat, können (Haus-)Ärzte nach einem telefonischen Beratungsgespräch eine Verordnung für Ergotherapie ausstellen und per Post versenden.

    Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (DVEergotherapie)

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