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    Die Generation Reset im Vergleich: Deutschland, Österreich und der Schweiz // Prägung und Motivation von 14- bis 24-Jährigen

    Die jungen Schweizer:innen sind am zufriedensten, verglichen mit den Gleichaltrigen aus Deutschland und Österreich. Die Generation Z, welche für 14- bis 24-Jährige Menschen steht, kommt unterschiedlich gut durchs erste Jahr der COVID-19-Pandemie. Alle jungen Menschen sind Teil der „Generation Reset“, deren Zukunftsaussichten auf Null gesetzt und einem großen Wandel unterworfen wurden.

    Die Studie „Junge Deutsche 2021“ von Jugendforscher Simon Schnetzer erschien im März 2021. Im April wurde in Zusammenarbeit mit dem Personalberater Heinz Herczeg die Studie „Junge Österreicher:innen 2021“ und in Kooperation mit der jim & jim AG aus Zürich die Studie „Junge Schweizer*innen 2021“ veröffentlicht.

    „Obwohl die Befragten der Generation Z im gleichen Sprachraum leben, gibt es einige Unterschiede zwischen ihnen.“, erklärt Simon Schnetzer. Die drei Studien fassen zusammen, was der „Generation Reset“ wichtig ist, welche Werte und Einstellungen sie teilen und welche Bedürfnisse und Erwartungen sie an die Arbeitswelt stellen. Im Vergleich der Studien zeigt sich, worin sich die Jugend im D-A-CH-Raum unterscheidet.

    Eine GenZ-Charakterisierung basierend auf den wichtigsten D-A-CH-Unterschieden
    Die jungen Deutschen der Generation Z sind Pessimisten. Im Vergleich zu ihren Nachbarn, geht es ihnen im Leben schlechter. Sie sind unzufriedener mit ihrer finanziellen Lage, verspüren einen höheren Leistungsdruck und machen sich mehr Sorgen um Ihre Zukunft.

    Im Vergleich dazu sind die jungen Schweizer:innen der Generation Z Optimisten. Sie sind am zufriedensten mit ihrem Leben. Werte haben für Schweizer:innen eine besonders hohe Bedeutung. Wenn es ums Arbeiten geht, verhalten sie sich wie eine Schweizer Uhr: die Arbeit wird pünktlich beendet, um genug Freizeit zu haben. Ihre Work-Life-Balance ist ihnen besonders wichtig.
    Österreicher:innen der Generation Z bilden das Mittelfeld im Vergleich zu Deutschen und Schweizer:innen. Sie sind nicht so zufrieden wie die Schweizer:innen, aber auch nicht so unzufrieden wie die Deutschen. Für Österreicher:innen hat Karriere einen kleineren Stellenwert als für ihre Nachbarn. Für gute Arbeit motiviert sie vor besonders ein hohes Einkommen.

    In welchem Land ist die Generation Z am zufriedensten?

    Die Zufriedenheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheidet sich deutlich. So geben 83% der Schweizer:innen an, alles in allem mit ihrem Leben zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. In Österreich sind es nur 73% und in Deutschland 69%.
    Auch in Hinblick auf die Zukunft sind Schweizer:innen eindeutig zufriedener als die Nachbarn. Auf die Frage, wie zufrieden die Generation Z mit den Aussichten für die Zukunft ist, gaben 83% der befragten Schweizer:innen an, sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Mit großem Abstand folgt Österreich mit 62% und Deutschland mit 61%. Junge Schweizer:innen blicken also optimistischer in die Zukunft als Österreicher:innen oder Deutsche.

    Im Vergleich lässt sich ebenfalls feststellen, dass junge Deutsche der Generation Z unzufriedener mit ihrer finanziellen Lage sind. Genau 34% der Befragten gaben an, unzufrieden oder sehr unzufrieden mit der finanziellen Situation zu sein. In Österreich sind es 28% und in der Schweiz nur 21% der Befragten.
    Smartphone versus Familie: Was prägt das Leben mehr?

    Den größten Einfluss auf die Generation Z hat die Smartphone-Nutzung in Deutschland mit 76% und in Österreich mit 72%. Die Bedeutung wächst seit Jahren und war noch nie so hoch wie jetzt. Die Schweizer:innen der Generation Z prägt der Zusammenhalt in der Familie mit 76% am meisten. Familie gibt jungen Menschen Rückhalt und Struktur im Leben, was besonders in diesen Zeiten sehr wichtig ist.

    Der Leistungsdruck hat im Dreiländervergleich mit 63% in Deutschland den größten Einfluss auf die Lebenssituation der Generation Z. In Österreich und in der Schweiz gaben jeweils 55% der Befragten 14- bis 24-Jährigen an, dass Leistungsdruck einen großen Einfluss auf die Lebenssituation hat. Leistungsdruck hat selten positive Konsequenzen und führt häufiger dazu, dass sich junge Menschen gestresst fühlen und Selbstzweifel haben können. Dadurch wächst für viele die Unzufriedenheit im Leben, was sich auch in den vergleichsweise schlechten Zufriedenheitswerten in Deutschland zeigt.

    Die Angst vor der Zukunft spielt für junge Deutsche (46%) und Österreicher:innen (43%) eine deutlich größere Rolle als für Schweizer:innen (32%) der Generation Z. Der Vergleich der Punkte macht deutlich, dass Schweizer:innen dem Leben gelassener gegenüber stehen als die Generation Z in Deutschland und in Österreich. Junge Schweizer:innen beschäftigen Zukunftsängste deutlich weniger als Deutsche oder Österreicher:innen.

    Werte: Der Kompass der Jugend in der Krise

    Gesundheit ist für junge Schweizer:innen (80%) und Österreicher:innen (75%) der wichtigste Wert. Für junge Deutsche ist Vertrauen mit 65% Zustimmung der wichtigste Wert. In der Schweiz und in Österreich liegt Vertrauen zwar an zweiter Stelle des Werte-Rankings, doch die Zustimmung liegt mit 79% (CH) und 72% (AT) weit über der in Deutschland. Werte spielen insbesondere für junge Schweizer:innen und auch für Österreicher:innen eine wichtigere Rolle im Leben als für Deutsche.

    Spaß versus Geld: Was motiviert die Jugend mehr?

    Für gute Leistung motiviert die Generation Z in Österreich vor allem Geld. Das gaben 37% der befragten Österreicher:innen an. Für Deutsche der Generation Z ist Spaß mit 44% der größte Motivator für gute Leistung. Genau dasselbe denken junge Schweizer:innen, die mit 41% Spaß zu ihrer wichtigsten Motivation für Leistung erklären. Entgegen häufigen Missverständnissen steht Spaß überwiegend für eine angenehme Arbeitsatmosphäre, abwechslungsreiche Aufgaben und einen wertschätzenden Umgang.

    Gute Arbeit zu leisten motiviert vor allem Schweizer:innen (27%). In Österreich motiviert gute Arbeit zu leisten nur 22% und in Deutschland 18% der Befragten.

    Im Motivationsranking für gute Arbeit, hat vor allem die Karriere eine unterschiedliche Bedeutung für die Generation Z in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Vergleich der drei Studien zeigt, dass Karriere für Schweizer:innen (28%) eine höhere Stellung hat, als für Deutsche (20%) und Österreicher:innen (17%) der Generation Z.

    Freizeit versus hohes Einkommen: Was macht gute Arbeit aus?

    Für 38% der jungen Österreicher:innen ist ein hohes Einkommen ein zentraler Aspekt für gute Arbeitsbedingungen. Auch für junge Deutsche spielt ein hohes Einkommen mit 34% eine wichtige Rolle, für die jungen Schweizer:innen (16%) dagegen weniger.

    Für Schweizer:innen (66%) der Generation Z, ist besonders die Balance von Arbeit und Freizeit für die (zukünftige) berufliche Tätigkeit wichtig. In Österreich stimmten 52% dem Aspekt zu und in Deutschland 49%. Für junge Menschen der Generation Z spielt die Möglichkeit ihre lebensphasen-spezifischen Bedürfnisse auszuleben und einfach mal abschalten zu können eine wichtige Rolle. In der Schweiz sind die Jungen darauf besonders bedacht.

    Die Suche nach Jobs verlagert sich ins Internet
    Einen weiteren interessanten Unterschied bietet der Drei-Länder-Vergleich bei der Suche nach Arbeitgebern. In Deutschland ist für die Generation Z ein Praktikum (53%) der verbreitetste Weg, um einen passenden Job beziehungsweise einen Arbeitgeber zu finden. In Österreich stehen Praktika nur auf dem fünften Platz (40%). Junge Schweizer:innen suchen mit 68% am häufigsten einen Job über Job-Portale - in Österreich sind es 54% und in Deutschland 38%. Auf Job-Empfehlungen von Freunden und Bekannten hören junge Leute der Generation Z häufiger als auf Empfehlungen aus der Familie.

    Wir beobachten erhebliche Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz, obwohl die Jugendlichen derselben Altersgruppe angehören und dieselbe Sprache sprechen. Große Trends wie Digitalisierung, Klimawandel und die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen die Jungen in ähnlicher Weise. Es bleibt spannend, zu beobachten, wie unterschiedlich sich die deutschsprachige Jugend entwickelt. Und wer hätte gedacht, dass die Schweizer im Vergleich zu Deutschland und Österreich die glücklichsten sind?

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