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    Fake Teams: Gemeinschaftsgefühl herrscht in vielen Arztpraxen nur auf der Homepage

    Quelle und weiterführende informationen: http://ow.ly/AGAW30aU7fA

    In der Selbstdarstellung nach außen wird in Arztpraxen häufig von „Teams“ gesprochen, in der Realität arbeiten jedoch vielfach EinzelkämpferInnen nebeneinander.

    Den Teamgedanken auf die Fahnen geschrieben

    „Unser freundliches Team kümmert sich gerne um Ihre Anliegen!“ Viele Praxis-Profile im Internet und in Praxisbroschüren stellen die teamorientierte Zusammenarbeit der Medizinischen Fachangestellten als Nutzen für die Patienten heraus und greifen damit ein Vorgehen auf, die in vielen anderen Branchen bereits seit längerer Zeit fest etabliert ist. Doch wie deckungsgleich sind Ankündigung und Realität?

    Eine Exploration zum Thema

    Dieser Frage in eine Exploration nach. Für 82 zufällig ausgewählte Arztpraxen, die auf ihren Homepage-Seiten den Teamcharakter ihrer Zusammenarbeit herausstellten und für die Resultate aus Benchmarking-Praxisanalysen (Valetudo Check-up © „Praxismanagement“) vorlagen, wurden hierbei Beschreibung und untersuchte Kooperations-Wirklichkeit einander gegenübergestellt

    Ein ernüchterndes Ergebnis

    Das Resultat ist ernüchternd, für Kenner der Materie allerdings kaum überraschend: nur in einundzwanzig Praxen konnte von guter Kooperation gesprochen werden, bei den übrigen lagen die Ansichten der Mitarbeiterinnen über ihre Arbeitsbedingungen und das Thema „Kollegialität“ teilweise so weit auseinander, dass schon der Begriff „Zusammenarbeit“ fast gar nicht zutraf.

    Sollen die doch machen!

    Für diesen Missstand werden von den Praxisangestellten eine Vielzahl von Gründen und Anlässen genannt, sie lassen sich jedoch in ihrer Mehrzahl auf einen einzigen Aspekt zurückführen: die geringe Führungsintensität der Praxisinhaber im Sinne einer fehlenden Organisation, Begleitung und Steuerung der Teamentwicklung und -arbeit. In vielen Praxen ist der Arbeitsrahmen nur unzureichend strukturiert und die Belegschaften werden sich selbst überlassen, ein Klima und eine Basis, in der sich keine Kooperationsqualität entwickeln kann. Für die Praxisinhaber war das alles jedoch nach ihren Angaben in den Analysen kein Thema: sie erachteten die Zusammenarbeit für gut bis sehr gut.

    Weitreichender Effekt

    Auch für die Patienten der untersuchten Praxen waren die Teamprobleme und ihre Auswirkungen – wie entsprechende Ausführungen ihrer Zufriedenheitsbefragungen zeigten – unmittelbar spürbar. Entsprechend lagen die PCQS-(Patient Care Quality Score) und Empfehlungs-Werte der Team-fernen Praxen deutlich niedriger als die der Team-zentrierten Betriebe.

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