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    Die Umsetzung digitaler Lösungen in Arztpraxen wird vor allem durch Uninformiertheit und Vorurteile behindert

    Quelle und weiterführende informationen: http://ow.ly/xhMM30aYcG6

    Bislang fehlt die verbindliche Festlegung ein umfassenden Einsatzrahmens für Digital-Lösungen im Gesundheitswesen. In Arztpraxen würde seine Existenz die Transformation aber nicht beschleunigen, denn die eigentliche Barriere ist das Verhalten der Ärzte.

    Die Positionspapier-Inflation
    An Positionspapieren zur Digitalisierung des Gesundheitswesens mangelt es derzeit nicht, aktuell hat der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (SpiFa) seine Stellungnahme publiziert. Die Forderungen der Veröffentlichungen sind weitgehend identisch und auch richtig: Patientenschutz, Daten- und Rechts-Sicherheit, Wahrung der ärztlichen Entscheidungsfreiheit etc. So stellt sich die Frage, ob die Transformation auf breiter Ebene greifen würde, wenn alle diese Punkte geklärt wären. Die Antwort ist eindeutig ein „Nein“, denn vollkommen unberücksichtigt bleibt das ärztliche Verhalten.

    Beispiel „Online-Terminvereinbarung“
    Das eigentliche Problem der Diffusion von digitalen Lösungen in Arztpraxen wird deutlich, wenn man als Beispiel die Option von Online-Terminvereinbarungen näher untersucht. Um sie zu nutzen,
    – bedarf es keiner oder keiner großen Investition,
    – der Anwendungsrahmen ist fest umrissen,
    – es müssen keine Vorgaben, Regularien oder Standards berücksichtigt werden und
    – die Vorteile sind für Praxisteams unmittelbar erlebbar.

    Uninformiert und voreingenommen
    Gleichzeitig demonstrieren die Resultate von aktuell durchgeführten Gruppendiskussionen mit Praxisinhabern, dass trotz der breiten Information in den Fachmedien zu dieser Digital-Lösung, dass
    – das Wissen der Ärzte über die Anwendung und die Möglichkeiten nur gering ausgeprägt ist und
    – vor allem Vorurteile und Fehleinschätzungen die Mediziner von einer Anwendung abhalten. Das zeigen die folgenden, am häufigsten in den Gesprächen getätigten Aussagen:
    – „Wir haben viele ältere Patienten, die machen das nicht!“
    – „Wir möchten nicht die Kontrolle über unsere Termine verlieren!“
    – „Es hat doch bislang auch telefonisch funktioniert!“
    – „Das ist doch nur eine Mode-Erscheinung!“
    – „Es gibt nur Chaos, wenn jeder in unserem Kalender buchen kann!“
    – „Warum soll ich für etwas Neues bezahlen, wenn das Alte doch kostenlos funktioniert!“

    Partner, nicht Konkurrent
    Die Diskussionen zeigten gleichzeitig einen elementaren Denkfehler auf Seiten der niedergelassene Ärzte: sie verstehen Digital-Lösungen als Ersatz für Bestehendes, nicht als Ergänzung. So gilt für die Online-Terminvereinbarung, dass sie erst im Mix mit einem professionellen Telefonmanagement ihr Potenzial entfalten und Synergie entwickeln kann.

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