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    Biomarker lässt Leberschädigung bei akutem Lungenversagen frühzeitig erkennen

    Dr. Tim Rahmel erhält für seine Forschung Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

    Bisher lässt sich bei Patienten mit einem akuten Lungenversagen (ARDS) das zusätzliche Auftreten einer Leberschädigung erst im späteren Krankheitsverlauf feststellen, dann, wenn es für eine erfolgsversprechende Therapie im Grunde zu spät ist. Bochumer Wissenschaftler haben daher untersucht, wie zuverlässig sie mithilfe des im Blut nachweisbaren Biomarkers „micro-RNA-122“ bereits am ersten Tag der Aufnahme im ARDS-Zentrum prognostizieren können, ob ein Patient im akuten Lungenversagen zusätzlich eine Leberschädigung entwickeln wird oder nicht. Für seine Forschungen zum Thema hat Dr. Tim Rahmel, Oberarzt der Klinik für Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum auf dem Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) den ersten Preis für seine Arbeit „Serum-level of miRNA-122 is a useful early biomarker for acute liver failure and predicting survival in patients suffering from ARDS“ erhalten.

    Aus der Praxis weiß der Intensivmediziner, dass Patienten mit einem akuten Lungenversagen auch ohne lebertypische Vorerkrankungen häufig noch eine Leberschädigung entwickeln können. Die Überlebenschance sinkt damit nach seiner Arbeit rapide von 77 auf 19 Prozent. Gründe dafür sind derzeit noch nicht bekannt, umso wichtiger ist es daher, so früh wie möglich, Anzeichen einer Leberschädigung festzustellen. Der Bilirubin-Wert wird derzeit neben Transaminasen als Marker einer Leberschädigung eingesetzt. Nach Forschungen von Dr. Rahmel hat dieser Wert jedoch erst am zehnten Tag die gleiche Aussagekraft wie der in diesem Zusammenhang in Bochum nun erstmals erforschte Biomarker „micro-RNA-122“, der bereits am ersten Tag ein aussagekräftiges Ergebnis liefert. Ist der Wert hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Patient neben dem akuten Lungenversagen eine Leberschädigung entwickelt. Doch bevor es so weit kommt, könnten mit Hilfe des neuen Markers die behandelnden Ärzte ihre Therapie frühzeitiger entsprechend anpassen. Beispielsweise würde man auf potenziell leberschädliche Medikamente verzichten oder diese gegen leberschonendere Arzneimittel austauschen.

    „Doch das ist noch Zukunftsmusik“, so Dr. Rahmel, der die Wichtigkeit des „micro-RNA-122“-Markers auch bei Sepsis erforscht. Zunächst müssen neben dieser Studie, die er in freundschaftlicher Kooperation mit der Universitätsklinik Essen durchgeführt hat, weitere Forschungsarbeiten zu diesem Thema durchgeführt werden, um anhand von Erfahrungen Standards für den Klinikalltag zu entwickeln.

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